MENSCHEN

Hallo, meine lieben Freunde des Lebens in meinem himmlischen Türkei, deren Gesundheit kostbar, deren Herzen gütig, deren Seelen schön und deren Bewusstsein voller Kraft ist.

Letzte Woche haben wir uns in unserer Kolumne mit der menschlichen Existenz beschäftigt. Diese Woche las ich in den Nachrichten unserer geschätzten Leserinnen und Leser von Phänomenen, die in Ihrem Unterbewusstsein schlummern und denen Sie keine Bedeutung beimessen. Ich habe viel von Ihnen, unseren geschätzten Leserinnen und Lesern, gelernt. Sie beklagen sich darüber, nicht im Hier und Jetzt präsent sein zu können – in Ihrer Familie, an Ihrem Arbeitsplatz, im Zentrum Ihres Lebens – kurzum, nicht mit Ihrem wahren Selbst im Einklang zu sein. Lassen Sie uns darüber sprechen.

Manchmal gibt es Tage, an denen man die innere Leere nicht versteht. Man wacht morgens auf und fühlt sich schwer wie ein Panzer. „Oh nein, mein Kopf will schon wieder nicht, was ist denn los?“ Der Grund? Es gibt keinen! Das Ego, das man erreichen möchte, kann keine Antwort geben. Aber dieses Gefühl zu spüren, ist beunruhigend, nicht wahr? Geben Sie sich oder Ihrer Umgebung in dieser Situation nicht die Schuld. Denn alle Entscheidungen, die wir im Leben treffen, sind das Ergebnis einer uns auferlegten Kultur. Sie entsprechen nicht unserem wahren Wesen. Wie kommt es also dazu?

Stellen Sie sich vor, Sie sind am Wochenende mit Ihrem Partner oder Freunden in der Innenstadt unterwegs. Eine etwa 1,75 Meter große Frau mit heller Haut, grünen Augen, seidigem Haar und perfekten Gesichtszügen kommt Ihnen entgegen. Neben ihr geht ein kleiner, stämmiger Mann. Oh mein Gott! Sie gehen Arm in Arm. Und sie sind ein Paar! Lachend und scherzen sie, während sie auf Sie zukommen. Was würden Sie denken?

„Wow! Schau dir den Bären an! Der hat sich eine umwerfende Frau geangelt. Der muss ja reich sein. Sonst würde die Frau ja nichts mit ihm zu tun haben.“ Das würdest du doch nicht sagen, oder?

Oder nehmen wir mal das Gegenteil. Du bist mit deinen Freundinnen im Einkaufszentrum. Vom Shoppen erschöpft, geht ihr in ein Café draußen. Und was siehst du? Ein großer, sportlicher, lächelnder, charismatischer, gutaussehender Mann, wie aus einer Modewerbung, sitzt direkt vor dir in einem brandneuen Luxuswagen. Ihr seht euch in die Augen. Doch eine Sekunde später (meistens noch kürzer) bemerkst du, dass am Steuer eine kleine, übergewichtige Frau sitzt, die dir nachts eher Angst machen würde. Sie halten Händchen, unterhalten sich angeregt und lachen laut. Die Ampel springt auf Gelb, es wird gehupt. Sie geben Vollgas und fahren davon. Was würdest du denken?

„Ich werde Ihnen jetzt die Reifen zerstechen. Was soll das?“, würden Sie doch nicht sagen, oder?

Wir denken nicht so grob, als wären all unsere Entscheidungen das Ergebnis einer uns aufgezwungenen Kultur. Das glaube ich nicht. Die Antworten auf all die Vorurteile, Stereotypen und Definitionen in unserem Kopf liegen in einem weiten Feld, das wir Boden nennen. Jeder gibt seine eigenen Antworten in seiner eigenen Realität.

Die Antworten, die wir auf die Frage geben: „An wem interessieren sich hübsche Mädchen, und was suchen attraktive Männer bei wem?“, lassen uns innerhalb der vorherrschenden Muster unserer Gesellschaft denken. Man spricht im Büro Türkisch, um schnell und effektiv mit den Kollegen zu kommunizieren, richtig? Man wird ja nicht Chinesisch oder Latein wie eine Nachtigall sprechen. Genauso formen wir innerhalb dieses Glases (kultureller Wertvorstellungen), in dem wir leben, gemeinsame Gedanken und Verhaltensweisen auf genau dieselbe Weise.

WÖCHENTLICHER HINWEIS

Ich könnte Ihnen hunderte weitere Beispiele nennen, die den oben genannten ähneln. Unser gesamtes Denksystem beginnt sich langsam, aber sicher zu formen, nur sechs Stunden nach unserer Geburt. Dann nimmt es seine großartige endgültige Form an. Ich nenne diese endgültige Form den „intergalaktischen Rat der Richter“. Sie nennen es „Was werden die Leute sagen?“. Dann rufen wir gemeinsam, mit einer Stimme und einem Herzen, freudig: „Was werden die Leute sagen?“ Wir sind nun Teil der Gesellschaft. Wir sind akzeptiert. Versuchen Sie, sich anders zu verhalten. Wenn Sie bereit sind, das Risiko einzugehen, als „Individuum“ allein zu sein, ist das natürlich Ihre Entscheidung. Wir pflegen unbewusst Stereotypen. In allen Lebensbereichen. Leider ist es so. Denn wir sind alle rein wie frisch gefallener Schnee. Niemand weiß, wie man in Herzen blickt. Nächste Woche werden wir in einem neuen Gespräch die Frage „Warum wissen wir nicht – wie sehen wir aus?“ ergründen. Bleiben Sie in Liebe.

Uğur Uğural