Liebe Leserinnen und Leser.
Unsere neue Serie „Säuglingsernährung“ läuft bereits in der dritten Woche, und Ihr Interesse wächst rasant. Wir sind überzeugt, dass wir mit den Beiträgen unserer geschätzten Leserinnen und Leser das Bewusstsein für dieses Thema schärfen, das unsere Kinder – die Garantie unserer Zukunft – so sehr betrifft.
In dieser Zeit stellten wir fest, dass Dutzende von Fragen, insbesondere von werdenden und frischgebackenen Eltern, ein gemeinsames Thema aufwiesen. Gehen wir nun auf die wichtigsten Fragen nacheinander ein.
Wie Sie wissen, bevorzugen manche Kinder nur wenige Lebensmittel. Das bereitet vielen Eltern Sorgen. Doch zunächst müssen wir herausfinden, woher diese Vorliebe kommt. Babys kosten in der Regel zuerst Muttermilch, die überraschend süß ist (viel süßer als Kuhmilch). Danach werden sie abgestillt und bekommen pürierte Früchte wie Karotten, Äpfel, Bananen und Birnen. Auch diese sind recht süß. So entwickelt Ihr Baby zwar unweigerlich eine Vorliebe für Süßes, gewöhnt sich aber gleichzeitig auch an Ihre Ernährung – zunächst durch das Fruchtwasser und dann durch das Stillen, während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten.
Durch das Stillen lernt Ihr Baby alles kennen, was Sie essen. Babys, die nach dem Abstillen Beikost bekommen, akzeptieren neue Geschmacksrichtungen viel leichter, wenn sie diese bereits im Mutterleib oder durch das Stillen nach der Geburt kennengelernt haben. Daher ist es wichtig, Ihrem Baby während der Stillzeit so viele verschiedene Geschmacksrichtungen wie möglich anzubieten. Wenn Sie diese regelmäßig anbieten, hilft es Ihrem Baby, die verschiedenen Geschmacksrichtungen nicht zu vergessen und die passenden Lebensmittel zu bevorzugen. Seien Sie jedoch darauf vorbereitet: Mit zunehmendem Alter wird Ihr Baby die Vielfalt der Lebensmittel, die es isst, bis zu einem gewissen Grad reduzieren. Dieses Problem lässt sich jedoch leicht mit abwechslungsreichen und spielerischen Präsentationsformen lösen.
WÖCHENTLICHER HINWEIS
Alle Kinder haben Lebensmittel, die sie nicht mögen. Aber keine Sorge, es gibt Alternativen. Solange die angebotenen Lebensmittel im Allgemeinen gesunde Nährstoffe enthalten, ist alles in Ordnung. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Essen Spaß machen kann. Lebensmittel in Stäbchenform fördern die Feinmotorik und geben ihm die so dringend benötigte Selbstständigkeit zurück. Selbst wenn Ihr Baby wählerisch ist, kann die Vorstellung, selbst zu essen, für es eine tolle Sache sein. Seien Sie nicht zwingend, wenn Ihr Kind Schwierigkeiten beim Essen hat. In diesem Fall werden Sie unweigerlich auf Ablehnung und Trotz stoßen. Jede Aktion hat eine Reaktion zur Folge. Deshalb klagen viele Eltern über den schlechten Appetit ihrer Kinder.
Eigentlich will kein Kind hungern. Merkt euch das. Es gibt keine Kinder ohne Appetit, nur Kinder, die ihren Appetit verloren haben.
Uğur Uğural